EIN NEUES LAND

“Ein neues Land – mensch ist mensch irgendwo" ist ein 35minütiger Dokumentarfilm, der im

April 2013 während der Produktion des Tanztheaterstückes “Ein neues Land” am Stadttheater

Ingolstadt entstanden ist. Vorlage ist Shaun Tans gleichnamige stumme Graphic Novel, die

Geschichte eines Menschen, der in der Fremde eine neue Heimat sucht, die Geschichte eines

jeden Migranten und Flüchtlings. Regisseur Stefano Di Buduo lässt Beteiligte aus den

verschiedensten Theaterbereichen – vor und hinter den Kulissen – zu Wort kommen, die selbst

einen Migrationshintergrund haben: den Beleuchter, die Schneiderin, den Putzmann, den

Mann an der Theaterkasse, die Tänzerinnen, die Schauspieler. Also “Ausländer”, die einst aus

Argentinien, Ungarn, Rumänien, Australien, Russland, Brasilien,  kamen und schon lange in Deutschland wohnen und arbeiten. Sie berichten über ihre

persönlichen Migrationserfahrungen und vom Leben und Arbeiten in einem neuen Land, in

einer neuen Stadt: in Ingolstadt. Im Mikrokosmos Stadttheater fängt der Filmemacher mit

seinem Kamera-Objektiv Ausschnitte ganz unterschiedlicher, teils verschlungener und stets

bewegender Geschichten ein, die sich zu einem Puzzle aus kosmopolitischen Lebenswegen

zusammensetzen, wie es sie heute in jeder größeren Stadt gibt. Der Film erzählt von

Beweggründen, das eigene Land zu verlassen, von Wünschen und Hoffnungen, von den

Schwierigkeiten mit einer fremden Sprache, mit einer fremden Kultur und fremdem Essen,

vom Vermissen des Vertrauten, von Zwiegespaltenheit und von der Frage nach dem, was man

mitnimmt, wenn man sich entscheiden muss, 25 Kilogramm seines Lebens in einen Koffer zu

packen. Dabei werden ganz nebenbei auch noch Produktionsprozesse gezeigt, die der

Zuschauer normalerweise nie zu sehen bekommt: zum Beispiel wie Regisseurin Julia Mayr

und Choreograph David Williams für ein ungewöhnliches Buch eine eigene, ungewöhnliche

und hochpoetische Bühnensprache erfinden.